«Bei Raserei hört der Spass auf»
Peach Weber über die Raserinitiative, persönliche Erlebnisse im Strassenverkehr und wie er damit auf der Bühne umgeht.
Peach Weber, eignet sich der Strassenverkehr als Thema für einen Humoristen wie Sie?
Eigentlich schon, so lange es um harmlose Situationen geht. Ein Unfall mit Blechschaden oder eine Polizeikontrolle kann man gut in einen Gag einbauen. Bei Raserei oder Alkoholfahrten aber, da hört der Spass auf.
Deshalb unterstützen Sie die Volksinitiative "Schutz vor Rasern"...
Das Wichtigste ist mir, dass mit der Initiative endlich die Führerausweise für längere Zeit entzogen werden und dass bei Wiederholungstätern der Ausweis für immer entzogen werden kann. Es ist mir seit Jahren ein Rätsel, warum es ein Menschenrecht oder Naturgesetz sein soll, dass jeder Mensch Auto fahren darf,auch wenn er sich in menschenverachtender Weise nicht an die Regeln hält. Autofahren ist eine Option, kein Grundrecht. Auch im Minigolf-Club fliege ich raus, wenn ich die Regeln verletze. Für Raser muss beim Autofahr-Verein das Gleiche gelten, denn da geht es um unschuldige Menschenleben!
Sind Sie persönlich oft mit dem Auto unterwegs?
Ich fahre seit 40 Jahren täglich und viel auch nachts Auto, wenn ich nach den Auftritten nach Hause fahre. Ich habe immer viel Material dabei und kann das mit dem öffentlichen Verkehr nicht erledigen.
Wie sicher fühlen Sie sich dabei?
Eigentlich sehr sicher. 99.9% der Autofahrer fahren völlig vernünftig. Es gibt ja nur eine kleine Minderheit, die den Strassenverkehr als Videogame betrachtet, bei dem man bei Bedarf einfach wieder neu starten kann. Aber im Verkehr hat man nicht mehrere Leben, da bedeutet "Game over" wirklich das Ende. Es ist mir schleierhaft, wer dagegen sein soll, dass man diese für immer von der Strasse holt. Ich frage mich auch ständig, wer diesen Typen eigentlich den Ausweis immer wieder zurückgibt. Geldbussen sind doch lächerlich. Oft reicht ja nicht einmal ein schwerer Unfall für härtere Massnahmen. Das ändert die Raserinitiative.
Waren Sie persönlich schon von Raserei betroffen?
Persönlich sind mir nur einige Vollidioten begegnet im Verkehr, von denen ich überzeugt bin, dass sie mit ihrer Fahrweise früher oder später einen schlimmen Unfall verursachen. Es tönt brutal, aber wenn ich höre, dass einer mit völlig übersetzter Geschwindigkeit in eine Mauer rast, hoffe ich, er lernt daraus. Denn früher oder später hätte er einen Unschuldigen getroffen, der dann tot wäre oder sein Leben lang leiden müsste.
Was würden Sie auf Schweizer Strassen ändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
Ich würde die Raser-Initiative innert Sekunden umsetzen.

